Französisch Polynesien: Das Paradies auf Erden?
Unsere Zeit in Französisch-Polynesien liegt nun schon fast zwei Wochen zurück – endlich fühle ich mich bereit, darüber zu schreiben. Diese Zeit war nicht nur verrückt, sondern hat uns auch unglaublich gutgetan. In diesem Beitrag möchte ich daher nicht nur erzählen, was wir erlebt haben, sondern auch, warum wir uns dort so wohlgefühlt haben.

Französisch-Polynesien ist eine Inselgruppe im Pazifik, gelegen irgendwo zwischen Neuseeland und Los Angeles – zumindest sind das die beiden Orte, von denen aus man am besten dorthin fliegt. Wir sind von Auckland in knapp fünf Stunden nach Tahiti geflogen und anschließend von Tahiti in acht Stunden nach Los Angeles. Wer also wirklich einmal um die Welt fliegen möchte, sollte diese Route in Betracht ziehen.
Um unsere Reise nach Französisch-Polynesien wirklich anzutreten, hatten Leon und ich bereits im September 2024 die Flüge von Tahiti nach Los Angeles, ein Luxushotel auf Bora Bora sowie die Hin- und Rückflüge dorthin im Voraus gebucht. Uns war bewusst, dass eine so abgelegene Destination teurer ist als die Orte, die wir sonst auf unserer Reise besuchen. Hätten wir unseren Aufenthalt erst unterwegs geplant, sind wir uns nicht sicher, ob wir es wirklich gemacht hätten.
Tahiti: langsamer und regnerischer Start in das Abenteuer
Ungefähr einen Monat vor unserer Abreise hatten wir den Flug von Auckland nach Tahiti mit Air Tahiti Nui gebucht. Der Flug war ganz angenehm (das Essen allerdings grausam!), und wir kamen nachts bei starkem Regen an. Es hatte die gesamte Woche zuvor geregnet, und Leon und ich hatten ehrlich gesagt ein wenig Sorge, dass es so weitergehen würde.
Über Airbnb hatten wir ein süßes Zimmer gefunden, in dem wir nachts um eins ankamen. Ein französisches Paar, ein Hund und mehrere Katzen nahmen uns in Empfang. Zur Begrüßung gab es selbstgebackenen Kuchen, und wir fielen erschöpft ins Bett.



Am nächsten Morgen war der Himmel zwar noch grau, doch das Wetter zeigte eine leichte Besserung. Während unserer Zeit auf Tahiti ließen wir es entspannt angehen: Wir besuchten einen Wasserfall, fuhren einmal um die Insel und erkundeten natürlich auch die beliebten Strände mit den hohen Wellen. Leider liegen die wirklich hohen Wellen außerhalb des Riffs, sodass man sie vom Ufer aus nur erahnen kann. Extra ein Wassertaxi dorthin zu nehmen, war uns mit knapp 20 Euro pro Person dann doch zu teuer.
Insgesamt hat uns Tahiti gut gefallen, allerdings hatten wir etwas mehr von den Stränden erwartet. Wir wussten beide nicht, dass Tahiti primär aus Vulkanstränden besteht und das Wasser daher nicht in türkisblauen Farben schimmert. Zudem lag durch das graue Wetter etwas Mystisches in der Luft, das alles in einen leichten Grauschleier hüllte.
Die Berge im Inland waren wunderschön und üppig grün. Wegen des Wetters und unserer Müdigkeit sind wir nicht wandern gegangen, aber ich glaube, dass das ziemlich beeindruckend sein kann.
Schon in unserer ersten Unterkunft merkten wir, wie unglaublich lieb und hilfsbereit die Menschen hier sind. Fast jeder spricht Englisch, und man wird überall angelächelt und gegrüßt. Wir haben uns sofort willkommen gefühlt.
Der einzige Punkt, der Leon und mich zwar nicht überraschte, aber dann doch schockierte, waren die Preise für Essen. Unser erstes, eher unspektakuläres Dinner kostete uns bereits 70 Euro für zwei Hauptspeisen und nicht-alkoholische Getränke. Das war immerhin ein guter Vorgeschmack darauf, was uns in den nächsten Tagen erwarten sollte.



Ankunft in Moorea: Die erste Begegnung mit dem Paradies
Nach drei Nächten fuhren wir weiter nach Moorea. Die Fähre von Tahiti dauert gerade einmal 30 Minuten und ist mit 20 Euro pro Person vergleichsweise günstig. Moorea sollte eines unserer Highlights werden – doch kurz vor der Abreise zweifelten Leon und ich noch daran, gerade weil uns Tahiti etwas ‚enttäuscht‘ hatte und das Wetter nicht so recht mitspielte.
Doch schon bei der Ankunft in Moorea wussten wir, dass unsere Sorgen unbegründet waren. Vor uns erstreckten sich traumhafte Korallenriffe und imposante grüne Berge, die nur erahnen ließen, wie schön die Insel wirklich ist.
Ein echtes Highlight erwartete uns schon auf dem Weg zu unserer Unterkunft. Wir kamen mit dem Auto an einem Aussichtspunkt vorbei, Leon bremste abrupt, ich sprang aus dem Wagen – und wir konnten unseren Augen nicht trauen. Vor uns lag mit Abstand der atemberaubendste Anblick, den wir seit langer Zeit gesehen hatten: Ein riesiges, scheinbar endloses Korallenriff, das sich weit nach links und rechts erstreckte. Euphorisiert standen wir da und konnten es kaum erwarten, die Insel in den nächsten Tagen zu erkunden.



Über Airbnb hatten wir ein kleines, eigenes Bungalow gemietet, das genau unseren Wünschen und Bedürfnissen entsprach. Es war zwar klein, aber hatte alles, was wir brauchten – insbesondere eine wunderschöne Terrasse, auf der wir zur Ruhe kommen konnten. Moorea fühlte sich für uns dadurch endlich wie richtiger Urlaub an.
Am ersten Tag erkundeten wir unsere Umgebung und den wunderschönen Strand, der direkt bei uns lag. Wir badeten, gingen einkaufen (auch die Preise im Supermarkt sind nicht ohne …) und feierten den Beginn unseres Aufenthalts mit einem Wine-and-Cheese-Abend.
Am nächsten Morgen wachten wir pünktlich zum Sonnenaufgang auf, liefen die zwei Minuten zum Strand und genossen die Ruhe. Zurück auf unserer Terrasse machten wir Yoga, frühstückten entspannt und ließen den Morgen ruhig angehen. Dann brachen wir auf, um die Insel zu erkunden.
Alle drei Minuten hörte Leon von mir: ‚Es ist einfach so schön!‘ Ich konnte nicht aufhören zu staunen, während wir die Straße entlangfuhren – rechts das türkisblaue Meer, links und vor uns die imposanten, üppig grünen Berge.
Unser erster Stopp war ein traumhafter Strand, an dem wir kurz badeten, bevor wir weiter zu einem Aussichtspunkt fuhren. Danach gönnten wir uns ein Eis und mieteten spontan Kajaks. Mit den Kajaks entlang der Korallen zu paddeln, war einfach unglaublich. Von oben sahen wir einen Hai, mehrere bunte Fische und fuhren sogar bis zu den Wellen am Riff, wo gerade Surfer unterwegs waren.
Am meisten begeisterte mich aber der Blick vom Kajak zurück auf die Küste – diese imposant scharfkantigen Berge sind einfach atemberaubend.



Am dritten Tag gingen Leon und ich tauchen – ein besonderes Highlight, denn es war mein erster Tauchgang dieser Reise.
Kaum waren wir unter Wasser, sahen wir bereits die ersten Haie: Zitronenhaie sowie Schwarz- und Weißspitzen-Riffhaie. Das war schon beeindruckend – bis plötzlich überall Schildkröten auftauchten, als würden sie aus dem Nichts kommen. Neben ihnen wimmelte es von Meeresbewohnern: Tausende bunte Fische, größer und farbenprächtiger als gewohnt, tummelten sich um uns herum.
So faszinierend die Unterwasserwelt auch war, machte mich eines traurig: Die Korallen leuchteten nicht in den Farben, die ich mir erhofft hatte. Die Korallenbleiche war hier bereits in vollem Gange.
Nach einer kurzen Pause an Bord – während der mir durch den Wellengang etwas übel wurde – ging es für uns erneut ins Wasser. Die Unterwasserströmung war dieses Mal extrem stark, sodass mir sogar unter Wasser etwas flau im Magen wurde. Trotzdem war es ein unvergessliches Erlebnis: Noch mehr Schildkröten, noch mehr Haie, noch mehr Fische.
Leon gefiel es so gut, dass er drei Tage später noch einmal tauchen ging – und dabei sogar mit einer Schildkröte ‚kuscheln‘ konnte.



Nach unserem Tauchabenteuer wollten wir endlich das Inselinnere erkunden und planten für den nächsten Tag eine Wanderung. Eigentlich wollten wir auf einen der heiligen Berge steigen, doch es war überraschend schwierig, eine passende Route zu finden. Viele Wege waren durch den Regen der Vorwoche noch schlammig, sodass wir uns für eine kürzere Wanderung durch den Dschungel entschieden. Auch hier zeigte sich, dass einige Pfade nicht mehr gut begehbar waren – rutschig, verwildert, von der Natur zurückerobert.
Trotzdem erreichten wir sicher unser Ziel und genossen atemberaubende Ausblicke über die grünen Berge. Die Landschaft war so anders als alles, was wir bisher gesehen hatten. Zur Belohnung fuhren wir danach noch einmal zu unserem Lieblingsstrand und ließen den Abend mit einem gemütlichen Dinner in unserem Bungalow ausklingen.

Am nächsten Tag stand ein weiteres Highlight auf dem Programm: ein Bootsausflug, bei dem wir mit Haien und Rochen schnorcheln sollten.
Pünktlich legten wir mit zehn weiteren Personen ab und steuerten zunächst eine kleine Insel an, von der aus wir mindestens zwanzig Schildkröten im Wasser beobachten konnten – ein magischer Anblick. Dann ging es zum ersten Schnorchelstopp. Schon beim Ankern kam ein großer Rochen direkt auf uns zu, als würde er uns begrüßen – ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte.
Kaum im Wasser, entdeckten wir die ersten kleinen Riffhaie, die friedlich um uns herumschwammen. Dann näherten sich auch einige Stachelrochen. Unser Guide lockte sie mit Fischen an, sodass sie neugierig um uns kreisten. Ich konnte einen Rochen sogar streicheln und ihm einen kleinen Kuss geben. Er schmiegte sich an meinen Körper und verweilte dort für einen Moment – eine völlig surreal schöne Erfahrung.
Bisher hatte ich immer etwas Angst vor Stachelrochen, doch in diesem Moment erkannte ich, was für faszinierende und sanfte Tiere sie sind (auch wenn ich weiterhin großen Respekt vor ihnen habe!).
Als immer mehr Touristen an unserem Spot ankamen, fuhren wir weiter zu einem anderen Schnorchelplatz. Dort sahen wir einige bunte Fische – doch nach dem spektakulären Tauchgang vom Vortag konnte uns das nicht mehr wirklich begeistern. Stattdessen genossen wir den Blick auf die Inseln und das endlose, türkisfarbene Meer.
Zum Lunch machten wir Halt auf einer kleinen, privaten Insel, wo wir lernten, wie man Kokosnüsse per Hand öffnet und verarbeitet – und wie man polynesisches Ceviche zubereitet. Besonders spannend: Die Technik war völlig anders als in Indonesien oder Thailand. Sie wirkte effizienter und schneller, was aber möglicherweise auch daran liegt, dass Französisch-Polynesien deutlich wohlhabender ist.
Nach diesem beeindruckenden Bootsausflug verbrachten wir die letzten Tage auf der Insel mit Beach-Hopping und atemberaubenden Ausblicken. Es war kaum vorstellbar, dass es noch schöner werden könnte – doch unser nächstes Ziel wartete bereits auf uns: Bora Bora.



Bora Bora: Luxus und unvergessliche Ausblicke
Nach sechs wundervollen Nächten auf Moorea mussten wir leider unseren Mietwagen am „Flughafen“ der Insel abgeben. Schon der Name „Flughafen“ auf Google Maps konnte nicht wirklich beschreiben, wie entspannt dieser Ort war. Es gab weder Sicherheitskontrollen noch Sitzplätze, und das Boarding begann einfach fünf Minuten vor Abflug. Das einzige, was wirklich streng geregelt war, war das Gepäck. Leider hatten Leon und ich zu viel Handgepäck (es waren nur 5 kg pro Person erlaubt), also mussten wir schnell noch einmal umpacken.
Der Flug startete pünktlich, und wie erwartet waren die Aussichten einfach gigantisch. Zum Glück hatte Leon die besten Plätze für uns gesichert: Wir saßen auf einer Reihe, die neben uns leer war, sodass wir je nach Aussicht die Plätze wechseln konnten. Es war unbeschreiblich, über all diese Inseln zu fliegen – die Schönheit der Landschaft war atemberaubend und zeigte uns nur einen kleinen Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte.



Nach knapp 45 Minuten landeten wir schließlich auf Bora Bora – und wir konnten kaum glauben, was wir sahen. Der Flughafen selbst lag auf dem Rand vom Atoll, das die Insel umgibt und das Wasser strahlte türkisfarben, was uns nur erahnen ließ, wie spektakulär der Rest der Insel wohl sein musste. Mit einem Speedboot ging es dann in nur 15 Minuten quer durch die Lagune zu unserem Hotel, dem Westin Bora Bora.
Weil uns diese Frage oft gestellt wurde: Das Hotel hatten wir zuvor mit Marriott-Punkten gebucht, sodass wir für den Aufenthalt nur die Resortgebühr in Höhe von 100 Euro pro Nacht zahlen mussten. Diese Gebühr deckte allerdings den Transport, alle Aktivitäten (wie SUP, Kayaks, etc.) und sogar eine Flasche Champagner ab.
Das Hotel war erst im September 2024 eröffnet worden und war somit noch ziemlich neu. Das merkte man vor allem an der Gestaltung der Räume, die mich persönlich sofort ansprachen. Auch wenn der Service noch etwas unerfahren wirkte, störte es mich kaum, da sich trotzdem bestens um uns gekümmert wurde.
Schon direkt nach unserer Ankunft um 11 Uhr morgens konnten wir in unseren Wasserbungalow beziehen. Leon und ich feierten diesen Moment mit einem Glas Champagner – diesen Ausblick, diesen Luxus, diese Reise. Ich sprang direkt ins kristallklare Wasser. Der Bungalow war einfach traumhaft, das Meer so blau und klar, wie man es von Postkartenmotiven oder den vielen Instagram-Posts kennt.



Wir erkundeten das Hotelgelände und entschieden uns, einfach zu entspannen und den Strand zu genießen. Leon und ich wussten sofort, dass wir die nächsten Tage hier verbringen und das Hotel in vollen Zügen genießen wollten. Also liehen wir uns Stand-Up-Paddles aus, gingen nach dem Yoga schwimmen, nahmen an den kostenlosen Aktivitäten des Hotels teil (wie Rum- und Weinverkostungen), gingen schnorcheln und genossen abends leckeres Essen.
Leider enttäuschte uns das Abendessen ein wenig. Es war nicht nur ziemlich teuer (was wir erwartet hatten), sondern auch qualitativ eher mittelmäßig. Ich würde sogar behaupten, dass ich alle Gerichte, die wir probiert haben, besser hätte zubereiten können – das sagt wohl schon einiges aus. Dafür war das Frühstück umso besser! Das Buffet war reichhaltig, und Leon und ich stopften uns den Bauch mit frischem Thunfisch, süßem Gebäck und allerlei exotischen Früchten voll.
Insgesamt verbrachten wir eine wirklich unglaubliche Zeit auf Bora Bora. Aber ich glaube, Leon und ich wären enttäuscht gewesen, wenn wir nur Bora Bora gemacht hätten und den Rest der Inseln ausgelassen hätten. Zwar konnten wir auch auf Bora Bora Haie und Rochen sehen, doch das Erlebnis war nicht dasselbe wie an den anderen Orten auf Moorea. Um wirklich etwas Besonderes zu erleben, muss man dort teurere Touren buchen, die deutlich kostspieliger sind als auf Moorea. Außerdem bietet das Inland wenig Abwechslung, was für mich ein wenig das Gesamtbild trübte. Trotzdem war Bora Bora zweifellos ein Highlight unserer bisherigen Reise!



Wie haben wir uns während der Reise gefühlt?
Man kann aus unserem Text wahrscheinlich herauslesen, dass wir uns in Französisch-Polynesien sehr wohl gefühlt haben. Wir wurden überall herzlich willkommen geheißen und haben uns an jedem Ort gut aufgehoben gefühlt. Besonders beeindruckend war das Sicherheitsgefühl, das wir überall erlebten. Wir konnten sofort den entspannten Vibe jeder Insel aufnehmen. Auf Bora Bora war es natürlich etwas formeller, da Luxushotels eben diese Atmosphäre mit sich bringen. Allerdings muss ich sagen, dass es für ein Luxushotel wirklich entspannt war. Noch nie sind wir so oft mit anderen Gästen ins Gespräch gekommen, haben angeregte Gespräche am Tisch geführt oder uns bei verschiedenen Aktivitäten ausgetauscht. Es waren vor allem viele Amerikaner im Hotel, die ja bekanntlich sehr kontaktfreudig sind. Trotzdem hat uns dieser Austausch ein wunderbares, willkommenes Gefühl gegeben.
Auf Moorea war es hingegen extrem entspannt. Es gab keinen Stress, keine festen Uhrzeiten – einfach nur den Moment genießen. Diese Atmosphäre hat uns beiden sehr gut gefallen. Ähnlich war es auch auf Tahiti.
Man merkt, dass Französisch-Polynesien ein wohlhabendes Gebiet ist und dass es den Einheimischen dort gut geht. Trotz der hohen Preise (zu denen ich gleich mehr sagen werde) haben wir in den von uns besuchten Restaurants überwiegend Locals gesehen. Die Inseln sind unglaublich sauber, und die Infrastruktur ist hervorragend. Besonders hilfreich war die einfache Kommunikation auf Englisch, was unseren Aufenthalt zusätzlich erleichterte.
Wie waren die Preise auf Französisch-Polynesien?
Wie bereits erwähnt, trübten die hohen Preise manchmal unsere Laune, auch wenn wir uns mental darauf vorbereitet hatten. Da einige Rückfragen zu dem Preisniveau kamen, schlüssele ich es hier noch einmal seperat auf.
Für unsere Unterkünfte (AirBnBs) zahlten wir etwa 70 bis 100 Euro pro Nacht, was am unteren Ende des Preisbereichs für etwas Schönes liegt und somit eigentlich in Ordnung war. Am teuersten war definitiv das Essen, denn ein Hauptgericht in einem normalen Restaurant gab es nie unter 25 bis 30 Euro. Deshalb sind Leon und ich oft zu den Snack-Imbissen gegangen, die die Einheimischen frequentieren. Diese Foodtrucks haben meist ein Restaurant angeschlossen, und selbst hier bezahlte man mindestens 15 Euro für ein Hauptgericht. Die Speisen ähnelten sich oft: Es gab immer Thunfisch in allen Variationen (Sashimi, Carpaccio, Tatar, gebraten…) oder Hähnchen, entweder mit Reis oder Pommes und, wenn man Glück hatte, mit Salat. Das machte es uns einfacher, auch selbst zu kochen, da wir nach nur zwei Tagen keine Lust mehr auf die ständige Wiederholung der Gerichte hatten.
Wir hatten zudem einen Mietwagen, der uns unglaublich viel Freiheit gab und meiner Meinung nach auch nötig ist. Der Preis lag bei etwa 50 bis 80 Euro pro Tag. Da die Inseln nicht besonders groß sind, war der Spritverbrauch minimal.
Kommen wir zu den Ausflügen: Sowohl Tauchen als auch jeder Bootsausflug kosten mindestens 100 Euro pro Person. Wer noch verrücktere Aktivitäten oder Privattouren unternehmen möchte, muss tief in die Tasche greifen, da die Preise schnell in die Höhe schießen. Aber ganz ehrlich: Wenn man schon mal dort ist, gibt man das Geld gerne aus.



Ein weiterer großer Posten war der Flug nach Bora Bora, der allein bei 350 Euro pro Person lag. Das sind die üblichen Preise, wenn man von Tahiti dorthin fliegen möchte. Generell würde ich Bora Bora nur empfehlen, wenn man wirklich bereit ist viel Geld auszugeben oder wie wir die Möglichkeit hat, Punkte einzulösen. Denn obwohl wir fast nichts für die Unterkunft bezahlt haben, kosteten uns die drei Tage auf Bora Bora fast so viel wie unser halbes Monatsbudget zum Reisen…
Ihr könnt euch jetzt also vorstellen, dass all die Schönheit, die wir erleben durften, unsere Reisekasse ganz schön beansprucht hat. Trotzdem bereuen wir es nicht uns genauso entschieden zu haben. Wir können es jedem, der Zeit und Geld hat, wirklich nur ans Herz legen, Französisch Polynesien zu erkunden!
Was man von den Locals lernen kann: Eine unzertrennliche Verbindung zur Natur
Als letzten für mich wichtigen Punkt möchte ich noch ein paar Worte zu den Menschen und ihrer Verbindung zur Natur verlieren, etwas, das mich wirklich tief beeindruckt hat. Ich finde, dass jede Insel eine unglaubliche Energie ausstrahlt, die von den Menschen dort gehalten wird. Jeder hat eine enge Verbindung zur Natur und liebt den Ozean. Die meisten Einheimischen tragen ein Tattoo, das den Maori-Tätowierungen ähnelt und oft ein Meerestier darstellt. Diese Tattoos wirken sehr harmonisch und spiegeln die tiefe Verbundenheit mit dem Meer wider. Wir trafen auch extrem viele Locals im Wasser – beim Schnorcheln, Kayaken oder ähnlichem. Einmal erzählte uns ein Local begeistert, dass er wieder drei Schildkröten gesehen hatte, was für ihn etwas ganz Besonderes war. Und das, obwohl er jede Woche aufs Meer hinausfährt. Es hatte fast etwas Magisches, zu sehen, wie die Menschen ein so großes Wissen über ihre Inseln besitzen und dieses Wissen aktiv in ihrem Leben einsetzen. Das fing beim Meer an, ging über Pflanzenarten, heilige Orte und vieles mehr. Man ist hier stolz auf das was man „besitzt“, und das merkt man als Tourist.



In Französisch-Polynesien ist man angewiesen auf den Tourismus und damit auch die Instandhaltung der Natur. Die Wirtschaft hängt daran. In diesem Sinne ist es auch nicht verwunderlich, dass man oft das Gefühl hat, dass einigen Locals etwas langweilig wird, gerade wenn man in der Nebensaison da ist. Auf Moorea sahen wir die Locals daher eigentlich überall Bier trinken. Uns wurde sogar erzählt, dass während der Corona-Zeit Alkohol zunächst verboten wurde, weil der Konsum zunehmend außer Kontrolle geriet. Als dann jedoch jeder begann, selbst Bier und vor allem Schnaps zu brauen, überlegte man es sich noch einmal anders. Einige Erzählungen zufolge führte diese Zeit auch zu einem großen Kinderboom. Auf einer Insel, die man in einer Stunde umrunden kann und auf der viele Menschen aufgrund des ausbleibenden Tourismus ihre Arbeit verloren, ist das irgendwie nachvollziehbar.
Unser Fazit: Moorea und Bora Bora – Zwei Inseln, die uns verzaubert haben
Abschließend kann ich nur noch einmal betonen, wie wunderschön Französisch Polynesien ist. Wir beide waren absolut im Einklang mit uns selbst, haben die Zeit dort in vollen Zügen genossen und wurden jeden Tag aufs Neue überrascht. Man gewöhnt sich nicht daran, wie überwältigend schön es ist, weil es einfach zu verrückt erscheint. Trotz der unglaublichen Erfahrung auf Bora Bora haben Leon und ich uns total in Moorea verliebt. Für uns ist diese Insel mit Abstand eine der schönsten, die wir je gesehen haben. Mir bleibt daher kaum mehr zu sagen, als dass man es selbst erleben muss, um es wirklich zu verstehen.
Mit diesen Gedanken verabschiede ich mich für jetzt und melde mich bald wieder mit einem Beitrag aus Mexiko, wo wir uns gerade aufhalten.
Eure Lena
Facts zu Französisch-Polynesien
- Es gibt 118 Inseln in 5 Archipelen
- Man kann als Deutscher mit seinem Personalausweis einreisen
- Auf den Geldscheinen sind süße Meerestiere
- Jeder spricht extrem gutes Englisch, auch wenn die Amtssprache Französisch ist; viele sprechen auch Tahitianisch
- Die indigene Beölkerung hat ihre verstorbenen früher auf den heiligen Bergen vergraben; das gibt es allerdings nicht mehr weil:
- 95% der Locals sind übergewichtig, manche bezeichnen sich auch als „Churro“
- Es gibt überall Baguette für 60 Cent
- Fast jeder trägt ein naturverbundenes Tattoo
- Es gibt überall dasselbe Essen, nur in verschiedenen Variationen
- Die lokalen Restaurants sind Foodtrucks
- Man lebt hier die Religion der Arioi, was nochmals die einzigartieg Kultur zeigt
- In Französisch-Polynesien glaubt man, dass jede Familie ihr Totemtier hat (Hai, Hund, Skolopender….)
- Bora Bora wird von allen Einheimischen „Boring Boring“ genannt
- Auf Moorea sind Stromkabel unterirdisch verbaut, weil es erst seit ca. 1980 Strom gibt
- Die Nationalblume von Tahiti ist die Tiare
- Die Einheimischen Wissen, wann die Polizei auf den Straßen patroulliert und wissen dies auszunutzen (insbesondere in Bezug auf deren Alkoholkonsum)
- Obwohl Alkohol richtig teuer ist, trinken ihn die Einheimischen viel und gerne
- Man sieht überall am Straßenrand selbst aufgebaute Zelte, um Geburtstage o.Ä. zu feiern
- Obwohl es ein touristischer Ort ist, ist die touristische Infrastruktur besonders ausgebaut
- Keine Liegen am Strand
- Wenig Cafés
- Viele Restaurants haben abends zu
- Es gibt generell kaum Restaurants mit anderer Küche als Pizza
- Man findet überall Perlenschmuck
- Mehr als die Hälfte der Bevölkerung auf BoraBora ist unter 20 Jahre alt
- Es gibt außer auf Tahiti keine richtigen öffentlichen Verkehrsmittel. Und auch die auf Tahiti sind eher unzuverlässig
- Unsere Französisch Polynesien Google Liste: https://maps.app.goo.gl/ZmcKvMKR9GNJ8x7L8
- Spannender Bericht über Tattoos und dass diese den Ursprung in Tahiti haben: https://www.tahititourisme.de/die-taetowierungen-der-welt-haben-ihren-ursprung-auf-tahiti-und-seinen-inseln/

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