Australien: ein Land, das mehr als begeistert
Ich habe von vielen gehört, wie toll Australien sein soll. Aber man glaubt es oft erst, wenn man es selbst erlebt. Und genau so war es bei mir.
Nach vier Monaten in Asien war Australien eine erfrischende Veränderung auf unserer Reiseroute. Plötzlich fühlte sich alles wieder westlicher an – und damit irgendwie vertrauter, heimatlicher. Und das, obwohl wir am anderen Ende der Welt waren. Irgendwie verrückt.
Wenn ich Australien beschreiben müsste, würde ich es so tun: herzlich, offen, vielseitig, wunderschön, interessant, naturverbunden, einzigartig, malerisch, groß und abwechslungsreich. Natürlich ist nicht alles an Australien perfekt – so wie es in jedem Land seine Mankos gibt. Doch trotzdem hatte ich das Gefühl, dass hier vieles einfach stimmte. Zumindest an den drei Orten, die wir besucht haben.

Ein unerwarteter Start in Cairns
Unsere Reise durch Australien begann in Cairns, wo wir eigentlich Leons Eltern, Beate und Stefan, treffen wollten. Die beiden waren auf einer zweimonatigen Rundreise durch Australien unterwegs, doch durch die starken Überschwemmungen in Queensland konnten sie nicht anreisen – die Autobahnen waren unpassierbar.
Obwohl unser Treffen ins Wasser fiel, wollten Leon und ich unseren Flug nach Cairns nicht verfallen lassen. Immerhin hatten wir uns einen Business-Class-Flug mit Meilen gegönnt – unser erstes Mal mit Singapore Airlines! Der Flug war ziemlich leer, weshalb der Service etwas eingeschränkt war. Nach dem guten Ruf der Airline hatte ich mir zwar noch ein bisschen mehr erwartet, aber insgesamt war es dennoch ein tolles Erlebnis.
Schon am Morgen der Anreise nach Cairns entschieden wir uns, weiter nach Adelaide zu fliegen, um dort dann Beate und Stefan zu treffen. Rückblickend war das ein echter Glücksfall: Nicht nur war der Flug nach Cairns ein kleines Highlight für sich, sondern auch Adelaide stellte sich als unerwartet wunderbares Ziel heraus – mit traumhaftem Wetter und einer Atmosphäre, die uns alle sofort begeisterte.



Adelaide – ein überraschendes Juwel
Adelaide fühlt sich an wie eine Mischung aus Kapstadt und Los Angeles – nur sicherer und gesitteter. Einfach herrlich. Die Stadt begeistert mit wunderschönen Stränden in der Umgebung, doch auch der Stadtstrand ist ein echtes Highlight. Von dort lassen sich spektakuläre Sonnenuntergänge beobachten, während man entlang der langen Promenade spaziert.
Nur eine kurze Fahrt entfernt liegen zahlreiche Weingüter, die Tastings bereits für 20 Australische Dollar anbieten. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und war umso begeisterter. Die Fahrt durch die Weinberge wirkt fast schon malerisch – die Landschaft sieht ganz anders aus als in Europa und versprüht einen ganz eigenen Charme.
Adelaide selbst ist extrem grün, übersichtlich und überraschend ruhig. Die Stadt bietet alles, was man braucht, und beeindruckt mit einem außergewöhnlich hohen kulinarischen Niveau – ein Detail, das mir natürlich besonders gut gefallen hat.
Auch Naturliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. In den umliegenden Nationalparks wollten wir eigentlich einen Wasserfall besuchen, der sich letztlich als trocken herausstellte. Doch stattdessen wurden wir mit einer ganz besonderen Begegnung belohnt: Zum ersten Mal sah ich Koalas in freier Wildbahn – ein unvergesslicher Moment, der meine Erinnerungen an Adelaide noch schöner macht.



Kangaroo Island – Ein Naturparadies voller Überraschungen
Nur 1,5 Autostunden und eine Fährstunde von Adelaide entfernt liegt Kangaroo Island – eine Insel, die schöner nicht sein könnte. Als wir unseren Mietwagen abholten, wurde uns kurzzeitig davon abgeraten, dorthin zu fahren. Es sei zu heiß. Doch als wir ankamen, hatten wir angenehme 21 Grad. In der Sonne fühlte es sich zwar warm an, aber nach den 40 Grad, die es hier eine Woche zuvor noch hatte, waren wir einfach nur froh über das mildere Klima.
Direkt nach der Ankunft fuhren wir zu einem Strand voller Robben. Wir standen nur ein paar Meter neben diesen riesigen Tieren und konnten sie schwimmen, spielen und faul in der Sonne liegen sehen. Für mich war das ein absoluter Wow-Moment – ich war noch nie so nah an Robben in freier Wildbahn. Und als wäre das nicht schon genug, war der Strand selbst auch noch unfassbar schön. Die Dünen, das Wasser, die Weite – einfach perfekt. Ich dachte da schon, dass es kaum besser werden könnte.
Doch dann erkundeten wir weitere Strände und Orte auf der Insel – und es wurde immer schöner. Und vor allem abwechslungsreicher. Am zweiten Tag fuhren wir in den Flinders-Chase-Nationalpark, rasten über unbefestigte Straßen, picknickten am Strand und bestaunten wilde Felsformationen. Auf dem Rückweg sahen wir dann endlich unsere ersten Kängurus – sie hüpften einfach am Straßenrand entlang, genau so, wie man sich Australien vorstellt. Leider sahen wir auch einige überfahrene Kängurus, was einen kurzen Dämpfer hinterließ.
Am letzten Tag ging es für uns an den angeblich schönsten Strand Australiens – Stokes Bay. Doch dann fanden wir noch einen Besseren. Zu Leons Freude war es ein Strand, den man mit dem Jeep befahren durfte, also drehten wir ein paar Runden im Sand und machten ein kleines Picknick mit Blick aufs Meer. Auf dem Rückweg sahen wir dann nochmal unzählige Kängurus, dieses Mal sogar länger und aus nächster Nähe. Irgendwie komische, total skurrile Tiere.
Als wir Kangaroo Island schließlich verlassen mussten, waren wir alle ein bisschen wehmütig. Aber vor allem dankbar. Dankbar für diesen Zufall, der uns hierhergeführt hat.



Sydney – Eine Stadt zum Verlieben
Für Leon und mich ging es dann weiter nach Sydney – eine Stadt, die ich schon so lange sehen wollte. Und sie hat mich nicht enttäuscht! Da ich mich in den letzten Monaten zur absoluten Strandliebhaberin entwickelt habe, entschieden wir uns für eine Unterkunft direkt am Bondi Beach – eine der besten Entscheidungen überhaupt.
Ich werde nie den ersten Morgen vergessen: 7:30 Uhr, ich schlendere mit meiner Yogamatte zum Strand – und es ist einfach voller Leben! Jogger, Spaziergänger, Surfer, Freunde, Hunde, offene Cafés – die Energie war einfach ansteckend. Also machte ich es zu meiner Routine: Yoga am Strand oder eine Joggingrunde, danach eine Abkühlung im (ziemlich kalten) Meer. So könnte für mich jeder Morgen beginnen!
Wir erkundeten Sydney in aller Ruhe: am ersten Tag machten wir einen Spaziergang entlang der spektakulären Küste von Bondi nach Coogee und am nächsten Tag eine Fährfahrt nach Manly, einem anderen bekannten Strand. Das Wetter schlug um und wir nutzten einen Regentag für Galeriebesuchen, Café-hopping und Besuche in kleinen (Vintage-)Shops. Dacnach zogen wir um in eina andere Unterkunft im hippen Newtown, einem Viertel mit kreativem Flair, das sich mehr wie ein charmantes Dorf als eine Großstadt anfühlte. Und genau deshalb liebte ich es. Ich war überrascht, wie süß und ruhig eine solche Großstadt sein kann. Ein Highlight war ein Picknick zum Sonnenuntergang im Botanischen Garten mit Blick auf die Oper und die Harbour Bridge. Anschließend entführte ich Leon in die Oper zu einem Comedystück. An diesem Wochenende fand der wichtigste Pride Tag des Jahres in Sydney statt, weswegen Leon und ich am Sonntag zufälligerweise auf einem queeren Festival landeten, welches uns allein durch die vibes überzeugte und uns Sydney noch einmal von einer ganz anderen Seite zeigte. Schweren Herzens verließen wir Sydney, aber nicht ohne das Versprechen, definitiv bald zurückzukehren.



So fühlten wir uns in Australien
Insgesamt habe ich mich in Australien pudelwohl gefühlt. Die Nettigkeit der Menschen ist etwas, was mir am positivsten im Gedächtnis bleibt. Man nimmt Rücksicht aufeinander. Die Leute lächeln am laufenden Stück und man ist offen ist und hilfsbereit. Zudem scheint es, als wäre jeder aktiv hinterher, das Beste aus seinem Tag zu machen. Die Mischung aus Naturverbundenheit, entspanntem Lifestyle und der hohen Lebensqualität in Städten wie Adelaide und Sydney hat mir genau das gegeben, was ich an Berlin oft vermisse. Ich habe mich hier so wohl gefühlt, dass mir der Abschied wirklich schwerfällt.
Natürlich begeisterte mich auch das kulinarische Angebot. Nicht, weil das Land Australien besonders gutes Essen vorweisen würde, sondern eher, weil die Qualität der anderen Küchen extrem hoch ist. Dafür ist der Service oft miserabel ist. Aber wo es kein Trinkgeld gibt, gibt es eben auch nicht immer guten Service.
Da nicht alles Gold ist, was glänzt, muss ich trotzdem erwähnen, dass Australien nicht preiswert ist. Zu meiner Überraschung aber deutlich besser als gedacht. Alkohol ist mit 7 Euro pro Bier oder 15 Euro pro Cocktail teuer, Kaffee dafür mit gerade einmal 2,50 Euro pro Capuccino mehr als fair. Immerhin ist auch hier die Qualität überall gut. Selbst in Bahnhöfen oder auf der Fähre gibt es richtige Barista-Maschinen und verschiedene Milchalternativen. Bei unserer Reise waren primär die Unterkünfte teuer sowie der Transport. Der Rest war eigentlich okay oder zumindest nicht teurer als in Berlin, wenn man auf demselben Niveau essen gehen würde. Ein kleiner Spartipp, wenn man nicht Unmengen an Geld für Essen ausgeben will: man kann sich an jeder Ecke frische Sushi Rolls holen, die gerade einmal 2,50 Euro pro Rolle kosten und überraschend gut sind.
Fazit zu unserer Zeit in Australien
Insgesamt kann ich sagen, dass mir bzw. uns Australien mehr als gut gefallen hat. Adelaide ist absolut unterschätzt und ein wahres Juwel, wenn man einen Mix aus entspannten Großstadt-Vibes und wunderbarer Natur sucht. Kangaroo Island ist ohnehin ein must-do und allein wegen der menschenleeren Traumstrände ein Highlight. Und Sydney hat einfach das perfekte Rundum-Paket, weshalb es meiner Meinung nach auch ein must-do ist. Wäre da nicht der bereits gebuchte Weiterflug nach Tahiti, würden wir definitiv länger bleiben. Zwei Wochen sind definitiv zu wenig für Australien. Daher steht für mich und Leon jetzt schon fest: wir kommen zurück und dann für länger. Mal sehen, was sich in den nächsten Monaten oder auch Jahren ergibt.
Während ich diese Zeilen aus dem Flugzeug schreibe, steht unser nächstes Ziel schon fest: Tahiti! Ich bin gespannt, ob die paradiesischen Inseln mit Australien mithalten können. Zwei komplett verschiedene Welten – und ich freue mich darauf, euch bald davon zu berichten!
Bis dahin,
eure Lena
Australien Facts & Tipps
- Die Leute sind unglaublich freundlich hier, man kommt leicht ins Gespräch
- Jeder sagt „Mate“ und sprechen alles mit AI aus (es klingt wie süßes britisches Englisch)
- Man fährt links und niemand hupt (nicht einmal, wenn du an der Ampel nicht fährst…)
- Es gibt überall richtig guten und auch recht günstigen Kaffee (4 Dollar, ergo 2,50€)
- Die Entfernungen sind wirklich riesig und man unterschätzt es fast immer
- Alles in Australien beginnt früher. Der Tag um 5, Cafés machen um 15 Uhr zu, die Küchen in Restaurants schließen oft um 20:30
- Man darf kein Alkohol in der Öffentlichkeit trinken
- Es gibt überall Public Toilets, die wirklich okay sind
- Überall gibt es kostenloses Wasser – sogar auf dem von uns besuchten Festivals
- Es gibt überall elektrische BBQ Grills und Picknick-Plätze
- Australier lieben ihr Fleisch
- Es gibt wirklich überall Avo Toast (gefühlt schlimmer als Bali)
- Es gibt weniger Spinnen, als man denkt – man sieht generell weniger Ungeziefer, als gedacht, vor allem in der Stadt
- Alkohol ist sehr teuer (ein Glas Wein ca 14 Dollar, Cocktail selten unter 20)
- Man kann Alkohol nicht im Supermarkt kaufen, Tabak auch nicht
- Es ist normal in Badehose oder auch barfuß in den Supermarkt zu gehen
- Jeder rennt hier nur in Sportklamotten herum
- Es ist nicht üblich Trinkgeld zu geben, Servicepersonal ist dafür nicht so wirklich Service orientiert
- Leute in Sydney hassen Melbourne und umgekehrt (das ist übrigens der Grund, warum Canberra die Hauptstadt ist)
- Meine Australien Liste: https://www.google.com/maps/placelists/list/-6GesBcEpaIlTZ9LO-WLsOdj87vsVQ?g_st=i
- 21 witzige Fakten über Australien: https://www.travelessence.de/reiseblog/australien-21-skurrile-fakten

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