Zwei Monate zurück in Deutschland – ein Update & ein Abschied
Vor ziemlich genau zwei Monaten sind Leon und ich zurück nach Deutschland gekommen. Wir wussten nicht so richtig, was uns erwartet, hatten aber einen Plan: Wir bleiben bis Ende August in Berlin – und dann reisen wir weiter.
Ich sage mal so: Dieser Plan wurde inzwischen komplett über Bord geworfen. Es kam eigentlich alles anders, als wir es erwartet hatten. Und gerade jetzt zeigt sich, was sich während der Reise in uns bewegt hat.

Als ich meinen ersten Beitrag schrieb – „Wie fühlt es sich an, wieder zurück in Deutschland zu sein?“ – fühlte ich mich noch fremd in Berlin. Oft überfordert, manchmal wie ein richtiger Fremdkörper. Doch ab einem bestimmten Tag, ziemlich genau vor einem Monat, begann sich dieses Gefühl allmählich zu lichten. Plötzlich spürte ich in mir Motivation, Tatendrang und eine unbändige Verbundenheit. Ich wollte Berlin erleben und hatte Lust, zu erkunden, was sich in den vergangenen Monaten in mir verändert hat.
Ich begann, mich mehr zu zeigen – ehrlicher denn je. Bei Freunden, in meinen Hobbys, in allem, was ich tat. Ich ging zu meinem ersten Writer-Workshop, entdeckte mit Yoggaton ein neues Hobby und tat einfach die Dinge, die mich erfüllten und mir guttaten. Statt mich wie ein Fremdkörper zu fühlen, erlebte ich genau das Gegenteil: Wie ein Körper, der mit allem und jedem verbunden ist.

Ohne es zu merken, veränderte das sehr viel in mir. Ich hatte das Gefühl, dass vieles, was sich auf der Reise bereits in mir transformiert hatte, nun durch die neue Stabilität und Ruhe wirklich entfalten konnte. Ich war verblüfft – und gleichzeitig spürte ich, dass alles genau so richtig war. Für ein paar Tage fühlte ich mich so erfüllt, so leicht und glücklich wie lange nicht mehr.
Das Spannende? Ich sah Berlin plötzlich mit anderen Augen. Zum ersten Mal seit Jahren dachte ich: „Ich liebe Berlin.“ Ich bemerkte, dass mein früherer „Hass“ auf die Stadt gar nicht so sehr mit Berlin selbst zu tun hatte, sondern mit meinem eigenen Leben – und wie ich es hier geführt hatte.
So entschieden Leon und ich recht früh, unsere Zeit in Berlin bis Mitte September zu verlängern und kurzfristig zurück in unsere alte Wohnung zu ziehen. Leon buchte dann zwar einen Flug nach Brasilien für Oktober, doch ich spürte, dass ich noch nicht wegmöchte. Dass es mich gerade noch hierhält. Dass ich in Berlin so viel verarbeite, mich entdecke – und dass mir Freunde, Routine und Alltag gerade unglaublich guttun.

Mit all diesen Entwicklungen kam allerdings auch eine schmerzhafte Erkenntnis hinzu: dass Leon und ich unseren gemeinsamen Weg nicht mehr weitergehen wollen – oder vielleicht im Moment einfach nicht können.
Darüber möchte ich gar nicht viel schreiben, weil es uns beiden wehtut. Niemand von uns hätte beim Abflug in Marokko gedacht, wo wir uns so nah wie lange nicht mehr fühlten, dass wir ein paar Wochen später an diesem Punkt stehen. Unsere gemeinsame Reise hat uns unendlich viel gelehrt. Wir sind dankbar, dass wir sie zusammen erlebt haben. Und doch merken wir nun, dass wir uns im Reisen manchmal auch abgelenkt haben. Dinge weggeschoben. Uns im Unterwegssein verloren. Jetzt, zurück im Alltag, sehen wir vieles klarer.
Eines zeigt sich dabei ganz deutlich: Wir lassen immer mehr die Kontrolle über unser früher so durchgeplantes Leben los. Denn das Leben funktioniert nicht nach Plan. Wir leben einfach – und finden unseren Weg. Jede*r von uns jetzt auf die eigene Weise.
Und genau deswegen endet dieser Blog hier, mit diesem letzten Beitrag.
Danke an alle, die bis hierhin mitgelesen, mir Feedback gegeben und mich ermutigt haben, in jedem Artikel mutiger meine eigene Wahrheit zu sprechen.
Das heißt aber nicht, dass ich mit dem Schreiben aufhöre – im Gegenteil. Ich ziehe nur um: Zu Substack. Dort veröffentliche ich ab jetzt regelmäßig meine Texte – und ihr bekommt sie direkt ins Postfach.
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Ich freue mich, wenn wir uns dort wiedersehen. 💌

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