Start in Lateinamerika: Mexiko voller Highlights und Kontraste

Anfang März und nach über fünf Monaten Reisen ging es für uns endlich wieder nach Lateinamerika. Als erstes Land suchten wir uns Mexiko aus. Nachdem Leon und ich 2019 bereits in Tulum waren, wollten wir die Chance nutzen, um México-City kennenzulernen. Zudem warteten auch zwei weitere Highlights in Mexiko auf uns, dazu aber gleich mehr.

Die Anreise nach Mexiko aus Französisch-Polynesien war nicht unbedingt angenehm. Erst flogen wir mit Air France in der Premium Economy (das war noch angenehm!) nach Los Angeles und dann von Los Angeles nach México-City. Da wir den Anschlussflug mit Volaris gebucht hatten, mussten wir erneut einchecken – eine recht nervige Prozedur. Während die Einreise in L.A. noch einfach war (abgesehen der Tatsache, dass wir frisches Obst dabei hatten und das den Grenzbeamten nicht erfreute…), war die Sicherheitskontrolle ein reines Desaster. Leon und ich haben uns gefragt, wie zur Hölle das nächstes Jahr bei der WM funktionieren soll, weil wir auf unserer ganzen Reise noch keine so nervige und schlecht organisierte Sicherheitskontrolle hatten. Glücklicherweise wartete auf uns eine der Amex Centurion Lounges, in der wir ein kostenfreies Abendessen einnehmen konnten und auch ein kühles Kaltgetränk auf uns wartete. Die Lounge schloss um 10, unser Flug ging aber erst um 12 Uhr Nachts. Also verbrachten wir noch etwas Zeit am Gate, bevor wir die nächsten Stunden im Halbschlaf auf unbequemen Sitzen von Volaris verbrachten. Härter hätte der Kontrast vom Luxushotel in Bora Bora zum Billigfieger nach México-City nicht sein können. Dementsprechend müde kamen wir in México-City an. Ich hatte schon die Vorahnung, dass nach der verrückten Zeit in Französisch Polynesien, wir in ein kleines Tief fallen könnten.

Wiedersehen in México-City: Familienzeit und erste Erkundungen

Unser erstes Highlight der Méxiko Reise wartete kurz nach Ankunft auf uns: denn mein Bruder und seine Freundin waren auch in México-City und so verbrachten wir fast 5 gemeinsame Tage. Nach 5 Monaten wieder Familie zu sehen war einfach unglaublich toll und hat so so gut getan. Zudem hat es uns defintiv vor einem kleinen Tief bewahrt, weil weder Leon noch ich so richtig Lust hatten, überhaupt etwas herauszusuchen oder zu planen. Da México-City einfach rieeeeesengroß ist, war das im ersten Moment total erschlagend. Also haben wir uns einfach an Jan und Chrissi gehängt und dank ihnen wirklich tolle Sachen erlebt.

Am ersten Tag sind wir nur durch Roma und Condesa (die hippen Viertel der Stadt) gelaufen, haben verschiedenste Speisen probiert und einfach die gemeinsame Zeit genossen. Danach haben wir gemeinsam die Pyramiden von Teotihuacán besucht und haben dort mit einem Guide eine richtig spannende Führung erlebt. Die Pyramiden liegen etwas außerhalb von México-City, sind meiner Meinung nach aber ein absolutes must-do und sehr beeindruckend. Außerdem lohnt sich alleine die Fahrt dorthin, weil man so etwas von den Randbezirken und damit weniger hippen, sondern eher armen Vierteln der Stadt sieht.

Natürlich haben wir auch das Zentrum der Stadt etwas erkundet und damit die touristischere Seite. Uns war es dort etwas zu laut und zu viel, weswegen wir uns schnell in eines der sehr vielen Museen verzogen. An einem Abend sind Jan und Leon zum Lucha Libre (Wrestling), während Chrissi und ich in einer der vielen Bibliotheks-Cafés redeten und anschließend in einer Jazz-Bar den Abend ausklingen ließen. Unser gemeinsames Highlight war ein Besuch des Stadtteils Coyoacán, der sich zu unserem Lieblingsviertel entwickelte. In Coyoacán ist Frida Kahlo geboren, deswegen durfte ein Besuch im doch sehr inspirerenden Museum nicht fehlen. Zudem haben wir die vielen bunten Straßen erkundet und bei einem richtig leckeren Markt (Mercado Coyacan) verschiedene Speisen probiert.

México-City: Ein Mix aus New York und Berlin?

Im ersten Moment empfand ich México-City als einen Mix aus New York und Berlin nur mit deutlich besserem Wetter und auf über 2.000 Meter Höhe. México-City ist unglaublich grün und viel ruhiger, als man erwartet. Es gibt überall Straßenstände, primär mit Tacos und wirklich tausende Cafés. Gerade in Roma und Condesa (das sind die hippen Vierteln) ist ein fancy Café nach dem anderen. Überall gibt es Bäckereien und man sieht Oldtimer an jeder Straße stehen. Aus manchen Läden tönt spanische Musik, manchmal aber auch einfach nur das laute Gerede der Mexikaner. Ich habe die Viertel etwas mit dem Prenzlauer Berg in Berlin verglichen – vom Vibe, aber auch vom Angebot.

Nach den gemeinsamen Tagen hieß es dann schweren Herzens Abschied nehmen von Jan und Chrissi. Leon und mir fiel es irgendwie noch schwerer, weil wir nicht wussten, was wir die nächsten Tage machen sollten. Durch Zufall trafen wir eine alte Freundin wieder, mit welcher wir vor 10 Jahren in Kolumbien gelebt haben. Sie lud uns ein bei ihr zu übernachten, also verbrachten wir zwei Tage gemeinsam mit ihr und lernten noch mehr das lokale Leben der Stadt kennen.

Unsere Flucht aus der Stadt

Während dieser Zeit entschieden Leon und ich uns zudem an einer lokalen Temazcal Zermeonie teilzunehmen, welche in ganz Mexiko einen hohen Stellenwert hat. Dabei handelt es sich um ein schamanisches Maya-Ritual, bei welchem man in einer Lehmhöhle sitzt, die einer Sauna oder einem Hamam ähnelt. Das Ziel ist es alles negative herauszuschwitzen und mit neuer Energie zu starten. In Mexiko sieht man dies teilweise sogar als eine Art Wiedergeburt an. Da ich großes Interesse an alten Traditionen habe und generell von den Mayas fasziniert bin, führte daran also kein Weg vorbei. Der gesamte Tag war super eindrucksvoll und wirklich besonders. Das Temazcal war in einem riesigen Garten inmitten der Stadt, man fühlte sich allerdings so weit weg von allem. Wir schwitzten für gut eine Stunde in der Lehmhöhle, dabei war es glücklicherweise viel angenehmer als in einer Sauna. Zudem hatten wir eine tolle Gruppe und es berührte mich wirklich wie schnell man sich fremden Menschen doch so verbunden fühlen kann. Nachdem wir von der Zeremonie zurückfuhren, wurde Leon und mir klar, dass wir uns wieder nach Natur sehnten.

Also stiegen wir am nächsten Tag in einen Bus, der uns nach Tepotzlan brachte, einen kleinen Ort inmitten der Berge. Dort erkundeten wir erst die Stadt, die uns sehr positiv überraschte und aßen anschließend wirklich leckeres Streetfood. Wir aßen so viel, dass wir gar kein Abendessen mehr brauchten, denn in Mexiko gibt es wirklich selten kleine Portionen. Die restliche Zeit verbrachten wir in unserer Airbnb und dem angrenzenden riesigen Garten direkt in den Bergen.

Monterrey: Shakira-Konzert und Chaos pur

Nach knapp 10 Tagen ging es für uns dann weiter von México City nach Monterrey, einer Stadt im Norden von Mexiko. Zugegebenermaßen hätten wir uns vermutlich nicht dafür entschieden Moterrey zu besuchen, hätte ich nicht im Oktober Tickets für ein Shakira Konzert dort ergattert. Also ließen Leon und ich es sehr entspannt angehen, um möglichst viel Energie für das Konzert zu haben. Dies brauchten wir auch, denn es fing nicht nur recht spät an (erst um 21 Uhr), sondern die Anreise sowie der Einlass waren recht chaotisch.

Nachdem Leon und ich ein frühes Abendessen hatten, wollten wir bereits um 19 Uhr zum Stadium fahren mit dem Bus (so wie wir in Deutschland eben zu einem Konzert anreisen würden). Bei der Bushaltestelle angekommen, kam uns das erste mal die Frage in den Sinn, ob es überhaupt sicher ist, dort wo wir hinfahren. Währenddessen bemerkten wir, dass ziemlicher Stau und die Busse ganz schön voll waren. Als unser Bus dann kam, vergaßen wir die Hand herauszustrecken und so war er auch schon weg. Also bestellten wir uns kurzerhand ein Uber, welches zwei Kilometer vor dem Stadium auch wieder in Stau kam. Das Stadion ist natürlich in einer Wohnsiedlung und alle reisen mit dem Auto an. Leon und ich liefen dann ein langes Stück, bis wir ungefähr eine Stunde später beim Stadion ankamen. Dort suchten wir unsere auf dem Ticket ausgewiesene Eingangstür, die sich nicht als die richtige entpuppte. Weil leider niemand so wirklich Ahnung hatte, wurden wir die ganze Zeit umhergeschickt, bis wir einen scheinbar passenden Eingang fanden. Zuerst kauften wir uns ein Bier und also Leon gerade noch Nachos kaufen wollte, bemerkte ich, dass der finale Eingang zu unserem Sitzplatz nicht ansatzweise in unsere Nähe liegt. Also fragten wir erneut herum, um wieder hin und hergeschickt zu werden. Es dauerte nur noch 30 weitere Minuten, bis wir irgendwann den Weg gefunden hatten. Ich erspare euch jetzt die Details, aber so etwas unorganisiertes hat Leon und mich sichtlich überfordert. Die Méxikaner sahen die ganze Sache viel entspannter, da zum eigentlichen Start des Konzerts gerade einmal erst die Hälfte der Menschen auf ihren Plätzen waren.

Als Shakira dann anfing, war es dafür umso beeindruckender. Knapp 50.000 Menschen sprangen auf, kreischten und natürlich konnten alle die Songtexte auswendig! Ich war ebenfalls begeistert und habe mich so gefreut, sie endlich einmal live zu sehen. Das Konzert war dementsprechend ein absolutes Highlight, allerdings ließ es sowohl Leon als auch mit in puncto Sound enttäuscht zurück. Zudem hätten wir erwartet, dass Méxikaner noch ein bisschen mehr Party machen. So oder so war es eine richtig verrückte Erfahrung, die wohl immer eine unserer Highlights der Weltreise sein wird!

So schön die Tage zuvor auch waren, umso mehr merkten Leon und ich am nächsten Tag, dass uns die Energie fehlte. Das Tief, vor dem wir uns etwas fürchteten, holte uns dann irgendwann doch ein. Und so ging es für uns mit einem weiteren wirklich nervigen Nachtflug nach Guatemala, sodass ich gerade müde aus dem Bett heraus schreibe und froh bin, dass wir aktuell einfach alles sehr langsam angehen lassen können, um unsere Energiereserven wieder aufzufüllen.

Fazit zu Mexiko: gerne wieder, dann aber mit Natur!

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir in Mexiko eine wirklich besondere Zeit hatten, primär wegen der oben genannten Highlights. Monterrey ist eine süße Stadt, allerdings würden wir da nicht mehr hinreisen. Mexico-City hingegen ist wirklich beeindruckend und absolut lebenswert, allerdings war die Stadt wohl für Leon und mich nach Französisch-Polynesien einfach ein zu harter Kontrast. So fühlte es sich etwas an, als würde die Stadt und mehr Energie rauben als geben. Glücklicherweise hatten wir Jan und Chrissi an unserer Seite und damit eine doch wundervolle Erfahrung! Mexiko ist und bleibt für Leon und mich aber ein extrem tolles Land. Der Vibe, die Leute und auch die Entdeckungen. Es hat so viel zu bieten, sodass wir ganz sicher bald wiederkommen!

Damit verabschiede ich mich und melde mich dann bald wieder mit einem Beitrag über Guatemala,

Eure Lena

Eine Antwort zu „Start in Lateinamerika: Mexiko voller Highlights und Kontraste“

Hinterlasse einen Kommentar