Zwischen Dankbarkeit und Abschiedsschmerz
Ich sitze im Flugzeug von Tahiti nach Los Angeles, während die Turbulenzen das Flugzeug durchschütteln. Vor mir ein leeres Dokument, in meinem Kopf ein Wirrwarr aus Erinnerungen. Ich versuche, die letzten Wochen in Französisch-Polynesien in Worte zu fassen, aber die Zeilen kommen nicht wie sonst flüssig heraus. Der Beitrag, den ich schreiben wollte, wird nicht dem gerecht, was wir erlebt haben. Ich kann noch gar nicht glauben, was in den letzten Tagen alles passiert ist – ich habe das Erlebte noch nicht einmal realisiert. Vielleicht fehlen mir gerade deswegen die Worte. Vielleicht, weil manche Orte so schön sind, dass Worte ihnen nicht gerecht werden.
Kurz habe ich überlegt, ob ich das Erlebte einfach nur bei mir und in meinem Herzen behalte. Aber da ist dieser Drang in mir, andere an meiner Freude und diesen Momenten teilhaben zu lassen, jedes Detail zu teilen. Doch ich merke gerade, das muss warten – bis ich selbst verstanden habe, was diese Reise mit mir gemacht hat.
Zum ersten Mal seit dem Start unserer Reise hatten Leon und ich das Gefühl, dass es jetzt okay wäre, nach Berlin zurückzufliegen. Zurück in unser altes Leben zu gehen und das Abenteuer abzuschließen. Französisch-Polynesien hat sich angefühlt wie ein verrückter Urlaub und war damit das i-Tüpfelchen unserer bisherigen Weltreise. Das Überseeland hat uns wortwörtlich gezeigt, wie weit wir gekommen sind – nicht nur durch die Distanz zu Deutschland (weiter weg kann man kaum reisen), sondern auch in unserem Wachstum. Ich hatte das Gefühl, dass uns Französisch-Polynesien für all das belohnt hat, was wir hinter uns gelassen haben, und für alle Herausforderungen, die wir bisher gemeistert haben. Gleichzeitig haben mir die Inseln extrem viel Kraft für all das gegeben, was noch vor uns liegt.
Denn sowohl Leon als auch ich wissen: Wir kehren nicht in unser altes Leben zurück. Wir wollen gerade nicht zurück und setzen unsere Reise fort. Vielleicht ist dies ein weiterer Grund, warum es mir gerade so schwerfällt, einen Beitrag zu schreiben. Ich will noch nicht realisieren, dass es vorbei ist. Denn mit der Weiterreise fühlt es sich so an, als würde jetzt die Phase beginnen, in der wir uns immer öfter fragen werden, wohin die Zukunft führt. Was uns erwartet. Wie wir leben wollen.
Auch wenn wir in den vergangenen Monaten immer mehr gelernt haben, mit Ungewissheit umzugehen, bereitet mir ebendiese Ungewissheit gerade Bauchschmerzen. Ich hätte nie gedacht, dass ich einerseits ein so tiefes Gefühl von innerer Zufriedenheit und Dankbarkeit spüren kann und sich andererseits gleichzeitig ein Gefühl von Angst in meinem Bauch breitmacht. Ich kann nicht mal sagen, welchem dieser Gefühle ich die Tränen zuordnen soll, die mir gerade langsam die Wangen hinunterlaufen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich in letzter Zeit in Flugzeugen wie auf Knopfdruck emotional werde.
Diese Zeilen statt des klassischen Beitrags über Französisch Polynesien zu schreiben, hat mir gerade mehr Klarheit gebracht, als ich erwartet hätte. Deshalb teile ich hier zu meinen Gedanken zumindest ein paar Bilder – bis ich bereit bin, unsere Erlebnisse in Worte zu fassen.

















































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